Zaehneputzen gehoert fuer die meisten Menschen zur taeglichen Routine – und doch machen viele dabei grundlegende Fehler. Zu starker Druck, eine falsche Technik oder eine abgenutzte Zahnbuerste koennen dazu fuehren, dass trotz regelmaessigem Putzen Karies oder Zahnfleischprobleme entstehen. In der Schweiz empfehlen Zahnmediziner und Dentalhygienikerinnen uebereinstimmend: Nicht nur die Haeufigkeit zaehlt, sondern vor allem die Qualitaet der Reinigung.
Wie oft und wann sollte man Zaehne putzen?
Die Schweizerische Zahnarztegesellschaft SSO empfiehlt, die Zaehne mindestens zweimal taeglich zu putzen – morgens nach dem Fruehstueck und abends vor dem Schlafengehen. Die abendliche Reinigung ist dabei besonders wichtig, da waehrend des Schlafs weniger Speichel produziert wird und Bakterien sich ungestoert vermehren koennen.
Ein haeufiger Irrtum: Direkt nach dem Essen sollte man nicht sofort putzen, besonders nach dem Konsum von saeurehaltigen Lebensmitteln oder Getraenken (Zitrusfruechte, Fruchtsaefte, Essig). Die Saeure weicht den Zahnschmelz voruebergehend auf, und sofortiges Putzen kann ihn abtragen. Warten Sie nach dem Essen mindestens 30 Minuten, oder spuelen Sie den Mund zwischendurch mit Wasser aus.
Die empfohlene Putztechnik
Modifizierte Bass-Technik
Die in der Zahnmedizin am haeufigsten empfohlene Methode ist die modifizierte Bass-Technik:
- Zahnbuerste im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand ansetzen, die Borsten zeigen teilweise in die Zahnfleischfurche
- Sanft ruetteln: Kleine kreisfoermige oder ruettelnde Bewegungen auf der Stelle ausfuehren, ohne die Buerste zu verschieben
- Auswischen: Von Rot (Zahnfleisch) nach Weiss (Zahn) auswischen
- Systematisch vorgehen: Immer in der gleichen Reihenfolge putzen, damit keine Stelle vergessen wird. Zum Beispiel: aussen oben rechts beginnen, nach links wandern, dann innen zurueck, anschliessend das Gleiche unten. Die Kauflaechen zum Schluss.
- Zwei bis drei Minuten: Die gesamte Putzzeit sollte mindestens zwei Minuten betragen. Viele elektrische Zahnbuersten verfuegen ueber einen eingebauten Timer.
Haeufige Fehler beim Zaehneputzen
- Zu viel Druck: Starkes Aufpressen beschaedigt den Zahnschmelz und das Zahnfleisch. Die Zahnbuerste sollte mit sanftem Druck gefuehrt werden – maximal 150 bis 200 Gramm, etwa das Gewicht einer Orange.
- Horizontales Schrubben: Seitwaertsbewegungen auf den Zahnflaechen foerdern Putzdefekte (keilfoermige Defekte am Zahnhals).
- Zu schnell: Wer in 30 Sekunden fertig ist, hat garantiert Stellen uebergangen.
- Immer am gleichen Ort anfangen: Dort, wo man beginnt, putzt man am gruendlichsten. Variieren Sie den Startpunkt gelegentlich.
Handzahnbuerste oder elektrische Zahnbuerste?
Beide koennen bei richtiger Anwendung gleichermassen wirksam sein. Studien zeigen jedoch, dass elektrische Zahnbuersten – insbesondere solche mit oszillierend-rotierendem Kopf – bei vielen Menschen zu einer gruendlicheren Reinigung fuehren, da sie Technikfehler besser ausgleichen.
Empfehlungen zur Zahnbuerste
- Borstenhaerte: Weich bis mittel. Harte Borsten koennen Zahnschmelz und Zahnfleisch schaedigen.
- Buerstenkopf: Klein genug, um alle Stellen im Mund zu erreichen, insbesondere die hinteren Backenzaehne.
- Wechselintervall: Spaesetestens alle drei Monate die Zahnbuerste oder den Aufsatz wechseln – frueher, wenn die Borsten aufgefaechert sind.
- Trocknen lassen: Die Zahnbuerste nach dem Putzen aufrecht stehen und an der Luft trocknen lassen. Geschlossene Behaelter foerdern Bakterienwachstum.
Die richtige Zahnpasta
In der Schweiz sind zahlreiche Zahnpasten erhaeltlich, die sich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Fuer Erwachsene wird eine Zahnpasta mit mindestens 1'000 ppm (parts per million) Fluorid empfohlen, idealerweise 1'450 ppm. Fluorid staerkt den Zahnschmelz und schuetzt wirksam vor Karies.
Fuer Kinder gelten andere Empfehlungen: Bis zum sechsten Lebensjahr werden Zahnpasten mit 1'000 ppm Fluorid empfohlen, die Menge sollte bei kleinen Kindern nur erbsengross sein.
Whitening-Zahnpasten enthalten oft groebere Schleifpartikel. Sie koennen aeussere Verfaerbungen reduzieren, sollten aber nicht taeglich verwendet werden, da sie den Zahnschmelz staerker beanspruchen.
Zaehneputzen allein reicht nicht
Selbst die beste Putztechnik erreicht nur etwa 60 bis 70 Prozent der Zahnoberflaechen. Die Zahnzwischenraeume – wo haeufig Karies und Zahnfleischentzuendungen entstehen – werden von der Zahnbuerste nicht ausreichend gereinigt. Ergaenzen Sie Ihre Zahnpflege daher taeglich mit Zahnseide oder Interdentalbuerstchen. Eine fluoridhaltige Mundspuelung kann die Pflege zusaetzlich unterstuetzen, ersetzt aber niemals das mechanische Reinigen.
Zusammenfassung: Die ideale Zahnpflegeroutine
- Zweimal taeglich Zaehne putzen (morgens und abends), mindestens zwei Minuten
- Modifizierte Bass-Technik mit sanftem Druck anwenden
- Einmal taeglich die Zahnzwischenraeume mit Zahnseide oder Interdentalbuerstchen reinigen
- Zahnpasta mit mindestens 1'000 ppm Fluorid verwenden
- Zahnbuerste alle drei Monate wechseln
- Zweimal jaehrlich zur professionellen Dentalhygiene gehen